Dienstag, 28. Februar 2012

Jazz im Grünen Flamingo



Live Musik ertönt im Grünen Flamingo, dem Irish Pub vor dem Bahntunnel in der Schweriner Lübecker Straße 42 recht kontinuierlich. Der Grüne Flamingo, ein renomierter Ort für Live Musik verschiedenster Richtungen, war am Samstag dem 18.02.2012 Treffpunkt für traditionelle Jazzer und Fans. Ab 21:30 Uhr wurde es  im Pub immer voller und vor allen Dingen stimmungs-voller.
  
Es spielte der Lakeside Jazzclub um Carsten Stotco (leader, voc) mit Andreas Leclaire (piano), Albert Thönissen (querflöte), Klaus Beckers (sax, clarinette) und Andreas Hartrodt (drum). 
Dem Lakeside Jazzclub geht es um die Interpretation vokaler Jazzmusik rund um das American Songbook. Das Great American Songbook enthält Songs der amerikanischen Swing- und Jazzmusik der 1930er bis 1960er Jahre. Traditionelle Jazztitel, u. a. zum Thema Al Of Me, Georgia, On The Sunny Side Of The Street, Yes My Baby, waren Ausgang der Interpretationen diese Jazzabends. Alle Jazzer zeigten dabei Einsatz und Können, ja und Freude am eigenen Spiel.

Der zweite Teil des Jazzabends war eine ganz tolle Jamsession. Die anwesenden Jazzmusiker erhielten „Verstärkung“ durch die gestandenen Instrumentalisten: Joachim Böskens (piano), Susanne Seeliger (sax), Jörg Hillert (bassgit), Christian Fries (drum), Harald Fuchs (posaune), Andreas Steuck (git), Benny Schramm (sax), Christian Lange (sax) und Phillipp Weide (git).  

Den Jazzern machte das eigene Spiel offensichtlich Freude. Den Jazz - Fans und Gästen des Grünen Flamingos gefielen die dargebotenen Titel sehr – sie dankten mit ihrem, oft spontanen, Beifall sowie mit ihrer „Forderung“ um Zugaben. Es war ein sehr gelungener Jazz - Abend.
  
Hier geht es zu den Fotos des Jazzkonzerts.

Konrad Wille   

Samstag, 18. Februar 2012

Seeblick

Wer an diesem grauen Wochenende etwas mehr Sonne und Wärme haben möchte kann einfach mal hier klicken und sich die traumhaften Aufnahmen von Michael Poliza ansehen. Unglaublich schön. Afrika.

Montag, 13. Februar 2012

Glenn Miller Orchestra im Schweriner Capitol


Das Glenn Miller Orchestra, 2012 / 2013 erneut auf Europa – Tour, gab am 6. Februar 2012 im Schweriner Capitol ein eindrucksvolles Jazz – Konzert. Es war ein Konzertabend für alle Fans der Swing- und Big – Band Musik der 1940er Jahre. 
Das Jazz – Konzert war eine Homage an die Musik des unvergesslichen Glenn Miller mit seinem unverwechselbaren Sound. Das Jazz – Konzert war ebenso eine Homage an die Big – Bands dieser Zeit, wie z. B. Count Basie und Benny Goodman, die ähnliche Swing – bzw. Jazztitel durch ihre gekonnte Spielweise zu Evergreens machten.
Das Glenn Miller Orchestra hat den Jazz – die Swing- und Sweetmusik von vor über 70 Jahren – zielgerichtet wieder belebt. Das Orchestra steht seit 1990 unter Leitung des Niederländers WIL SALDEN (piano). Er wurde von dem Leiter der Glenn Miller Produktions, Inc. (entspricht der Rechtsform der deutschen Aktiengesellschaften), New York als Leiter des Glenn Miller Orchestras für Europa eingesetzt.
Der Bandleader Wil Salden war am Schweriner Konzertabend leider erkrankt. Die Leitung des Jazzkonzerts hatte stellvertretend, ganz souverän, der Posaunist Uli Plettendorf. Am  Piano  spielte stellvertretend  der  Hamburger  Pianist,  Komponist  und  Bandleader  Nils Gessinger.
Das Jazzkonzert begann mit der Moonlight Serenade, führte über viele bekannte Ohrwürmer – u. a. The Saint Louis Blues March, Cheek To Cheek, Caribbean Clipper, Take The A – Train – und endete mit der Moonlight Serenade – Glenn Millers Erkennungsmelodie. Das Programm umfasste neben einer Vielzahl instrumenteller Jazztitel und auch einen vokalen Teil. Die Jazzsängerin Leah Kline beeindruckte mit Titeln im Glenn Miller Sweet Sound. Weiterer Höhepunkte des Konzerts, neben Showeinlagen der Posaunen- und Saxophonsätze, waren Einlagen der Moonlight – Serenaders der Glenn Miller Big Band. Die Spielweise des Glenn Miller Orchestras war derart eindrucksvoll, dass der Beifall des Publikums wiederholt zu Zugaben führte.

Hier geht es zu einigen Fotoimpressionen des Jazzabends.
Konrad Wille

Sonntag, 25. Dezember 2011

Buchhandlung Goldfisch(e) in Franzensbad


Im tschechischen Kurort Franzensbad/ Františkovy Lázně gibt es in der Poststraße im Zentrum eine kleine, jedoch recht reichhaltig ausgestattete Buchhandlung. Die Buchhandlung heißt Zlata Rybka/  Františkovy Lázně - in Deutsch: Buchhandlung Goldfisch.
Ich glaube, den Namen Buchhandlung Goldfisch trägt sie zu Recht. Das Angebot des Buchbestandes umfasst natürlich hauptsächlich tschechische Titel. Jedoch gibt es immer ein recht interessantes Angebot deutsch - sprachiger Titel. Ja und das schönste bei dieser Buchhandlung ist nicht nur der interessante Buchbestand. Noch wertvoller für den Kaufinteressierten ist die freundliche und sachkundige Beratung in deutscher oder tschechischer Sprache durch die Chefin Frau OLGA RYBOVA. Gelegentlich von Kuraufenthalten in den letzten Jahren in Franzensbad haben wir diese sachkundige und freundliche Beratung beim Einkauf einiger deutscher Titel wiederholt erfahren.
In diesem Jahr gelang mir als Fan des Traditionellen Jazz, durch Beratung der Buchhändlerin Frau Olga Rybova, der Kauf eines „Goldfisches“:
That Jazz of Praha. Vierzehn Jazz-Porträts in Wort und Bild
Es ist ein sehr interessanter Bildband, der mit treffendem Text und gelungenen Fotos Einblicke in die Prager Jazz - Szene möglich macht.

Aus eigenem Erleben kenne ich die PRAGER BRIDGE BAND (Karlsbrücke), das PRAGER SALON ORCHESTER (Franzensbad); die MEMORY JAZZBAND aus Marienbad, die JUNIOR DIXIELAND BAND aus Marienbad (Ascona), die BIG BAND KARLOVY VARY und die JAN JANKEJE Mobile Band (Ascona).
Der gen. Bildband ist für mich besonders interessant, weil er einen sehr umfangreichen Einblick in die Prager Jazzszene gibt. Und der Leser erfährt, dass eine Vielzahl der Probleme in den Jazzporträts in den Ländern gleichartig ist. Der Weg zur Jazzmusik ist sehr oft ähnlich, das Erleben des Jazz ist durch die Jazzer – Porträts : Bass, Piano, Trompete, Schlagzeug, Gitarre, Saxophon, Jazzgesang -  natürlich unterschiedlich.
Es wird dargestellt, dass der Traditionelle Jazz, so wie in unserem Land, in Frankreich, England, selbst in Amerika ein Nischendasein führt. Das die Jazzmusik allein den Musiker kaum ernährt und die Medien insgesamt den Jazz in seinen Strömungen recht stiefmütterlich behandeln – entweder kommt er kaum vor oder die Sendezeiten, wenn überhaupt, liegen um Mitternacht. Die gelungenen Jazz – Fotos in schwarz – weiß geben wunderschöne Einblicke in das Wirken der Prager Jazz - Solisten.

Übrigens:
Loriot sagt in seinem Büchlein „Sehr verehrte Damen und Herren ...“ , “ ... Obwohl mir auf Anhieb kein Instrument einfällt, das sich freiwillig von mir spielen ließe, ist es eben doch die Musik, die mir von allen Künsten am nächsten steht. ... “ ( S. 108, Das Goldene Grammophon). Und ebenfalls im selben Büchlein “ ... Ein Mensch, der ein Buch kauft, ist eben nicht gesund. Der gesunde Mensch arbeitet, sieht fern, verdaut und pflanzt sich fort. Er liest nicht. ... “ (S. 39 Neugebauers Neurosen)

Konrad Wille

Mittwoch, 30. November 2011

Dr. Abbi Hübner ist wieder an Bord!

Abbi Hübner und Klaus Möller


Das Hamburger Feuerschiff LV 13 am Baumwall im Hamburger Hafen hatte zum Frühschoppen mit Abbi Hübner ’s Low Down Wizards am ersten Advent - Sonntag dem 28. November 2011 eingeladen. Es gab für diesen Tag Sturmwarnungen für die Nord- und Ostsee. Aber es gab auch einen tollen Jazzfrühschoppen.

Als Fans der Abbi Hübner’s Low Down Wizards, dieser unübertrefflichen Hot – Band, waren wir zum neunten Mal dabei. Der Bandleader „Abbi“, ein legendärer und toller Jazztrompeter, von einem Reha – Aufenthalt zurück, war wieder voll „im Einsatz“. 

Die Jazz – Band spielte diesmal in der Besetzung: 
Dr. „Abbi“ Hübner, Bandleader ( tr. und voc.); Wolfgang Schulz – Coulon ( sax); Klaus Möller (cl.); Klaus-Gerhard Andres ( b): Peter Cohn ( p) und a. G. Pawel Grunwald ( drm).

Klaus Möller

Die Wizards jazzten und improvisierten nach Titeln des Tradionellen Jazz und nach Titeln der 20er und 30er Jahre. Dr. „Abbi“ dankte seinen anwesenden Fans für ihre Aufmerksamkeit und ihren spontanen Beifall durch wiederholten ganz vortrefflichen Jazzgesang als Hommage an Louis Armstrong. Die Fans „waren aus dem Häuschen“. Zu den Highlights dieses Jazzfrühschoppens - Jeder Jazzer der Abbi Hübner Low Down Wizards ist ein nahezu unübertroffener Instrumentalist. Jeder beherrscht sein Instrument, jazzt voller Freude und überträgt dies auf die Fans! Dennoch gab es einige Höhepunkte dieser Session, die besonders zu nennen sind. Highlight Nr. 1 war ein längeres Klarinetten - Solo von Klaus Möller. Highlight Nr. 2 war das Spiel von Pawel Grunwald a. G. am Schlagzeug. Der gekonnt einerseits zurückhaltend und einfühlsam trommelte und andererseits mit einigen schönen Soli zum Erfolg der Band beitrug. Highlight Nr. 3 war schließlich ein umfangreiches Saxophon – Solo von Wolfgang Schulz – Coulomb. Ja – und ein Highlight neben den Jazztiteln des Frühschoppens brachte der Bandleader Dr. „Abbi“ selbst. Als Kenner und Freund deutscher Literaturklassiker erinnerte er kurz an das Kleist-Jahr 2011. Er würdigte Heinrich von Kleist als einen der größten deutschen Dichter. Von ihm kurz aufbereitet, trug er u.a.  aus der Komödie „Amphitryon" und der Novelle "Michael Kohlhaas" vor. 

Wolfgang Schulz – Coulomb

Anschließend ging der Frühschoppen weiter u. a.  mit einem verjazzten „Blick“ nach Südamerika. Übrigens: Kid John, ein Trompeter aus der Hamburger Jazzszene seit den 50er Jahren, befand sich auch wieder unter den Fans der Wizards im Hamburger Feuerschiff. Bei einem Jazz – Frühschoppen, wurde er von Abbi Hübner zur Gesangseinlage veranlasst. Er hat eine hörenswerte Jazz - Stimme. Bei YouTube im Internet gibt es von ihm einige Videosequenzen. 


Abschließend sei bemerkt, es war erneut ein ganz toller Hot - Jazz – Frühschoppen, der sich so leider nicht wiederholen wird. 

Hier geht es zu einigen Fotos des Jazz – Session. 

Konrad Wille

Mittwoch, 23. November 2011

Mein Leben mit dem Jazz

Am 16. November 2011, im Rahmen der 16. Schweriner Literaturtage, stellten im Schleswig-Holstein-Haus Karlheinz und Ulf Drechsel ihr Buch „Mein Leben mit dem Jazz“ vor. 
Der Autor Ulf Drechsel beschreibt in dem Buch das unermüdliche und fördernde Wirken seines Vaters Karlheinz Drechsel für den Jazz in der ehemaligen DDR.


„Was für den Westen Deutschlands Joachim Behrendt als „Jazz - Pabst“ war, ist Karlheinz Drechsel für den Osten: der beim Jazzfan hochgeachtete „Dr. Jazz“ oder beim Rundfunk einfach nur „Jazz – Drechsel“ genannt.“ – so ist im Jazzpodium 6/ 2011, S. 61 von P. Wende formuliert.  
Ja, und dass das absolut zutreffend ist, wird deutlich, wenn Vater und Sohn Drechsel in Gesprächsform, in dem Buch und bei der Vorstellung ihres Buches im Schleswig-Holstein-Haus, das Lebenswerk von Karlheinz Drechsel für den Jazz und in seinen verschiedenen musikalischen Erscheinungsformen darstellen. 


Karlheinz Drechsel hat, beeinflusst durch seinen dem Jazz zugetanen Bruder, bereits in frühester Jugend sich für den Jazz begeistert. Er hat sein Jazz – Hobby zum Beruf und Lebensinhalt gemacht. Ob beim Rundfunk oder im Rahmen der verschiedensten kulturellen Veranstaltungen – Karlheinz Drechsel wirkte stets sachkundig und fördernd zur Popularisierung des Jazz. Sein Anliegen war stets, ungeachtet aller auftauchenden Probleme, den Jazz aus seinem Nischendasein heraus, einer größeren Öffentlichkeit zugänglich und bekannt zu machen.
Wir kennen ihn u. a. als Mitbegründer und Moderator des Dresdener Dixieland - Festivals, als sachkundigen Moderator der verschiedensten Jazzveranstaltungen im Rundfunk und life. Ein besonderer Höhepunkt für ihn war sein Wirken als Moderator Louis Armstrongs 1965, bei dessen Jazzreise durch die ehemalige DDR. 
Viele Details, die Vater und Sohn Drechsel, dem Buchtitel entsprechend, zum Jazz in Deutschland hervorhoben, sind so kaum bekannt. Z. B. war der Jazz im nationalsozialistischen Deutschland, weil entartet, verboten. In der ehemaligen DDR war der Jazz, so Karlheinz Drechsel, niemals verboten. Der staatliche Kulturapparat gestattete die Jazzmusik. Es gab Probleme, wenn die staalichen Vorgaben ausgelassen wurden, es gab keine oder kaum Jazz- Tonträger (Schallplatten) zu kaufen. Aber es gab, u. a. durch das zielstrebige Wirken von Karlheinz Drechsel Jazzveranstaltungen, immer erneut, im ehemali-gen DDR - Rundfunk, auf der Bühne, auch später im DDR - Fernsehen.
Karlheinz Drechsel, so sagte es der Posaunist und englische Bandleader Chris Barber einmal treffend, ist einer „der unbesungenen Helden des europäischen Jazz.“ Ohne das Wirken von Karlheinz Drechsel hätte der Jazz in den heutigen neuen Bundesländern Deutschlands sich weit weniger entwickelt.

Ich selbst fand über das Wirken des Dresdeners „Dr. Jazz“ 1956 zum Traditionellen Jazz. Karlheinz Drechsel wirkte in der „Interessengemeinschaft Jazz“ mit seinen eindrucksvollen und sachkundigen Ton – Vorträgen als unermüdlicher Werber, ja auch als Lehrer, für unser gemeinsames Hobby. Übrigens, zu dieser Zeit war er Drummer bei den Dresdner Elb – Meadow – Ramblers. Ich erlebte ihn und die heute noch bestehende Jazzband auf einem Elbdampfer am Himmelfahrtstag 1956 auf einer Fahrt in die Sächsische Schweiz. Und, ich erlebte ihn wiederholt als gestandenen Moderator bei den Dresdener Dixielandfestivals über Jahre, beim “Internationalen Dixielandfestival“ in Wittenberge 2008 und und …


Die gelungene Buchvorstellung von Vater und Sohn Drechsel machte auf ein interessantes Sachbuch aufmerksam. Die musikalische Umrahmung der Jazzveranstaltung durch den Gitarristen Christian Ahnsehl und den Musikpädagogen, Saxophonisten und Jazzsänger Andreas Pasternack waren, der Thematik entsprechend, „Leckerbissen“.

Konrad Wille